Studieren heißt nicht nur Vorlesungen besuchen, Prüfungen schreiben und Hausarbeiten abgeben. Zum Studienalltag gehören auch wenig Zeit, Nebenjobs, neue Lebenssituationen, soziale Kontakte und Stress - und manchmal einfach das Gefühl, dass alles gleichzeitig passiert. Da kann die eigene Gesundheit schnell in den Hintergrund rücken.
Genau hier setzt das Studentische Gesundheitsmanagement (SGM) der Uni Magdeburg an. Es setzt sich das dafür ein, Gesundheit im Studienalltag mitzudenken und Angebote für Studierende sichtbarer und zugänglicher zu machen
„Wir möchten Studierende dabei unterstützen, ihr Studium gesund und mit einem guten Gefühl zu gestalten. Dabei geht es nicht darum, allen vorzuschreiben, was gesund ist, sondern darum, Möglichkeiten zu schaffen und gemeinsam herauszufinden, was Studierende tatsächlich brauchen“, erklärt Projektkoordinatorin Luzia Krieg.
Was ist eigentlich Studentisches Gesundheitsmanagement?
Gesundheitsmanagement an einer Universität bedeutet mehr, als Sportkurse anzubieten oder einmal im Semester einen Gesundheitstag zu veranstalten. Das SGM betrachtet die Universität als Lebenswelt und fragt: Was brauchen Studierende, damit sie sich auf dem Campus wohlfühlen und gesund durch ihr Studium kommen können?
Dabei geht es um körperliche, mentale und soziale Gesundheit. Das SGM macht bestehende Angebote sichtbar, vernetzt verschiedene Einrichtungen, entwickelt neue Aktionen und Angebote und möchte gleichzeitig gesundheitsfördernde Strukturen auf dem Campus schaffen.
Kurz gesagt: Sie hören zu, vernetzen und setzen um.
„Gesundheit ist unglaublich vielfältig und sieht für jeden Menschen anders aus“, sagt Julien Leitel, Sportmanager und Teil des SGM-Teams. Das Studentische Gesundheitsmanagement ist am Sportzentrum der Uni angesiedelt. „Deshalb möchten wir auch unterschiedliche Zugänge schaffen. Bewegung kann ein wichtiger Teil davon sein, aber genauso gehören mentale Gesundheit, soziale Kontakte oder die Frage, wo ich Unterstützung bekomme, dazu.“
Hinter dem SGM stehen Janina Markgraf, Luzia Krieg und Julien Leitel – mit unterschiedlichen Aufgaben und Perspektiven. Während Janina vor allem für Marketing und Kommunikation zuständig ist, koordiniert Luzia das Projekt und Julien bringt als Sportmanager seine Perspektive aus dem Sportzentrum ein. Unterstützt wird das SGM durch die Techniker Krankenkasse, mit der die Uni Magdeburg im Rahmen des Projekts zusammenarbeitet. Darüber hinaus kooperieren auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Uni und das SGM. Gemeinsam sollen gesundheitsfördernde Angebote weiterentwickelt und langfristig Strukturen geschaffen werden, die Studierende und Mitarbeitende in unterschiedlichen Lebenslagen erreichen.
Angebote, die zum Studienalltag passen
Zum kommenden Wintersemester bietet das SGM verschiedene Kurse, Workshops und Webinare an – sowohl online als auch in Präsenz.
Ein Beispiel ist das Health Coaching. Das Angebot richtet sich unter anderem an Studierende, die nach einer Krankheit oder längeren Pause wieder langsam in Bewegung und Sport einsteigen möchten. Statt direkt wieder Vollgas zu geben, geht es darum, den eigenen Körper kennenzulernen, realistische Ziele zu setzen und Schritt für Schritt zurück in einen aktiveren Alltag zu finden.
Auch Resilienzkurse gehören zum Programm. Hier steht die Frage im Mittelpunkt, wie Studierende mit Herausforderungen und stressigen Phasen umgehen können, welche eigenen Ressourcen uns dabei helfen und wie wir langfristig besser auf unsere mentale Gesundheit achten können.
Für Janina Markgraf, die im SGM für Marketing und Kommunikation zuständig ist, spielt dabei vor allem die Sichtbarkeit eine wichtige Rolle: „Es bringt wenig, wenn es tolle Angebote gibt, aber niemand davon weiß. Ich möchte deshalb dafür sorgen, dass das SGM und unsere Angebote auf dem Campus wirklich ankommen – über Social Media, Veranstaltungen, Plakate, Flyer und viele weitere Kommunikationswege.“ Denn Gesundheit beginnt auch damit, zu wissen, wo man Unterstützung und passende Angebote findet.
Gesundheit entsteht gemeinsam
Ein wichtiger Grundgedanke des SGM ist deshalb die Beteiligung der Studierenden. Niemand kennt den Studienalltag besser als die Menschen, die ihn selbst erleben. Welche Themen beschäftigen Studierende? Wo fehlt es an Angeboten? Was würde den Alltag tatsächlich leichter machen?
Das Team möchte diese Fragen nicht allein beantworten, sondern gemeinsam mit den Studierenden. „Wir sind ein kleines Team, aber genau das ist auch eine Stärke“, sagt Luzia Krieg. „Wir können zuhören, Dinge ausprobieren und neue Ideen relativ direkt auf den Weg bringen. Uns ist wichtig, nah an den Studierenden zu sein und nicht über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden.“
Schwimmen lernen und dabei ankommen
Wie vielfältig studentische Gesundheitsförderung sein kann, zeigt auch das Projekt Schwimm Kultur, das im SGM angesiedelt ist.
Die Initiative richtet sich an internationale Studierende in Magdeburg und verbindet Schwimmunterricht mit Begegnung und Gemeinschaft. Ziel ist es nicht nur, Schwimmfähigkeit als wichtigen Überlebens-Skill zu vermitteln, sondern auch das Ankommen in Magdeburg zu unterstützen.
Durch ein eigenes Trainingskonzept und ergänzende gemeinsame Aktivitäten entsteht ein Raum, in dem internationale Studierende Kontakte knüpfen, sich austauschen und ein Stück mehr zuhause fühlen können.
„Schwimm Kultur zeigt für mich sehr schön, dass Gesundheitsförderung viel mehr sein kann als Sport“, sagt Julien Leitel. „Natürlich lernen die Teilnehmenden schwimmen und tun damit etwas für ihre körperliche Gesundheit. Gleichzeitig entstehen Begegnungen, Freundschaften und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Genau diese Verbindung macht das Projekt so besonders.“
Studieren mit Rückenwind
Am Ende geht es beim Studentischen Gesundheitsmanagement um eine einfache Idee: Studierende sollen sich in ihrem Studium nicht allein gelassen fühlen. Das SGM möchte Angebote leichter zugänglich machen, verschiedene Akteurinnen und Akteure miteinander verbinden und gemeinsam mit den Studierenden einen Campus gestalten, an dem Gesundheit mitgedacht wird.
„Wir kümmern uns um deine Balance“ ist deshalb mehr als nur ein Slogan. Es ist der Anspruch, Gesundheit als festen Bestandteil des Studienalltags zu verstehen – und dabei ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenssituationen mitzudenken.
Oder, kurz gesagt: Studieren mit Rückenwind.