„Ich möchte Studierende dazu befähigen, kritisch und analytisch zu denken, auch über die Lehrinhalte hinaus.“ Mit diesem Anspruch gestaltet Jun.-Prof. Kai Heinrich von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft seine Lehrveranstaltungen. Unter anderem für dieses Engagement wird er in diesem Jahr mit dem Lehrpreis der Universität Magdeburg ausgezeichnet.
Im Hörsaal steht dabei nur die Vermittlung technischer Grundlagen im Mittelpunkt, sondern auch die Betrachtung des gesellschaftlichen Kontextes. In seinen Lehrveranstaltungen spannt er den inhaltlichen Bogen von modernen Unterstützungssystemen wie ChatGPT zu der Frage, wie Menschen mit diesen Systemen interagieren, um Entscheidungen zu treffen.
Seine Leidenschaft für die Lehre geht auf seine eigene Studienzeit zurück. „Ich wollte schon immer an der Universität arbeiten, jungen Menschen Wissen mitgeben, sie fördern und prägen“, erklärt er. Lehre sei für ihn ein stetiger Dialog: „Gute Lehre ist, wenn Studierende zum kritischen Denken und Mitdenken befähigt werden. Wenn sie nach der Vorlesung Fragen stellen oder mich auch mal auf Fehler hinweisen, dann war ich erfolgreich.“ Besonders wichtig ist ihm der Austausch auf Augenhöhe; unnötige Hierarchien versucht er bewusst abzubauen, um offene Diskussionen zu fördern.
Eine große Herausforderung sei für ihn die Öffnung kleiner Vorlesungen für einen größeren, fakultätsübergreifenden Kreis gewesen, so Kai Heinrich. Unterschiedliches Vorwissen und Fachhintergründe unter einen Hut zu bringen, erfordere Fingerspitzengefühl, findet der Wissenschaftler. „Die Studierenden haben unterschiedliche Wissensstände und gerade in einem dynamischen Feld wie KI ändert sich alles ständig. Es ist meine Aufgabe, alle mitzunehmen und spannende Diskussionen zu ermöglichen.“
Besonders treibt ihn die Verbindung von Theorie und Praxis an: Viele Studierende arbeiten nebenbei in Start-ups oder Unternehmen und bringen neue Perspektiven ein. „Ich lerne jedes Semester von ihnen, wie KI im Arbeitsalltag genutzt wird oder welche neuen Ideen in der Wirtschaft entstehen. Dann entsteht ein echter Wissensaustausch.“
Dass er den Lehrpreis erhalte, bedeutete ihm viel: „Es ist eine große Ehre, vor allem, weil die Nominierung von den Studierenden kommt. Das zeigt, dass sie Interesse und Leidenschaft für das Fach entwickelt haben. Genau das ist mein Ziel.“
Seine größte Motivation? „Der Moment, wenn Studierende auch nach dem Abschluss auf mich zukommen, mit neuen Ideen und Projekten, die sie gemeinsam mit mir angehen möchten“, erzählt er mit einem Lächeln.