Blumen auf dem Boden, Musik, Tanz, Spiele und ein Festmahl gehören zu Onam, einem der wichtigsten Feste der malayalamischen Bevölkerung im südindischen Kerala. So feierten auch in Magdeburg Studierende aus Indien mit Freunden aus Deutschland und aller Welt das Onam-Fest, das zugleich für das malayalamische Neujahr und die Erntezeit steht.
Organisiert hatte es die gemeinnützige Gemeinschaft Mallus in Magdeburg, die 2022 gegründet wurde, um Malayalis zusammenzubringen, die in und um Magdeburg leben. Aus einer anfänglichen Gruppe von 150 Mitgliedern hat sich die Gemeinschaft in ihrem fünften Jahr zu einem lebendigen Netzwerk von über 1.000 Studierenden und Familien entwickelt. Ihr Anliegen ist es, das reiche kulturelle Erbe Keralas zu bewahren und gleichzeitig Freundschaft, Inklusion und ein Zugehörigkeitsgefühl zu fördern. Dafür organisiert Mallus kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen, Familientreffen, Sportveranstaltungen und Gemeinschaftsaktivitäten, die den kulturellen Austausch fördern und die Verbindungen innerhalb der Universität und der breiteren Gemeinschaft stärken. Zudem wird Neuankömmlingen bei der Wohnungssuche geholfen, werden sie beim Einstieg ins Studentenleben begleiten und erhalten sie Tipps zur Umgebung und zur Freizeitgestaltung damit sich Magdeburg für sie wie ein zweites Zuhause anfühlt.

Warum feiern die Menschen Onam? Der Überlieferung nach kehrt König Mahabali einmal im Jahr zu seinem Volk zurück. Seine Herrschaft gilt als Zeit der Gleichheit, des Wohlstands und des Glücks. Die Geschichte gehört zur Hindu-Mythologie. Trotzdem feiern auch Christen und Muslime Onam. So wurde aus dem religiösen Fest ein gemeinsames Kulturfest Keralas. Onam erinnert zugleich an die erste Reisernte des Jahres. Die Menschen danken für die Ernte und feiern Gemeinschaft. Damit verbindet das Fest Tradition, Natur und Zusammenhalt.
Teppiche aus Blumen und reich gedeckte Tische
Zum zehntägigen Fest gehören viele Bräuche. Familien legen Teppiche aus Blüten (Pookalams) auf den Boden. Die Muster wachsen von Tag zu Tag und heißen Mahabali willkommen. Beim Onam Sadhya essen die Menschen gemeinsam von Bananenblättern. Zum Festmahl werden viele Gerichte aus der Küche Keralas serviert: vom Gemüse-Curry (Avial) über Kürbis mit Linsen (Ellisheri) und Ingerwer-Chutney (Inji Curry) bis hin zu Süßspeisen aus Kokosmilch und Kochbananen (Payasam). Auch Musik, Tanz und Spiele gehören zum Fest. Beim Vallam Kali treten lange Boote gegeneinander an. Beim Pulikali tanzen Männer als Tiger verkleidet zu Trommeln.
Zum mittlerweile fünften Mal wurde Ende August 2026 das Onam-Fest mit einem abwechslungsreichen Programm – Tanz, Kulturprogramm, Festmahl – gefeiert. Wie in den Jahren zuvor zeigten sich die keralischen Studenten begeistert von der Möglichkeit, ein Stück ihrer Heimat nach Deutschland bringen und diese Erfahrung teilen zu können. „Etwa 1200 Studierende aus Kerala leben in Magdeburg und bitten uns immer darum, das Festival auszurichten“, erklärt Maneesh Murukan, Gründer von Mallus und Masterstudent an der Uni Magdeburg, der für die Organisation des diesjährigen Festivals der Hauptverantwortliche war.
Onam bringt Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammen, verbindet Studierende und Familien und trägt die Malayali-Kultur aus Kerala nach Magdeburg.