Luisa Peterson forscht an der Speicherung erneuerbarer Energien (c) Florian Klenk

Ausgezeichnete Forschung für die Energiewende

Artikeltext...

Nach ihrem Studium wollte Luisa Peterson Magdeburg eigentlich verlassen. Für ihre Promotion kehrte sie zurück. Nun wurde sie mit ihrem Forschungsteam für eine neue Technik zur Speicherung erneuerbarer Energien ausgezeichnet.

Eigentlich war der Abschied aus Magdeburg schon beschlossen. Luisa Peterson hatte ihre Wohnung gekündigt und nach dem Studium der Biosystemtechnik zunächst ein neunmonatiges Pflichtpraktikum beim Chemie- und Pharmaunternehmen Merck in Darmstadt begonnen. Dort beschäftigte sie sich mit der Schätzung und Modellierung von Löslichkeiten. Doch auf der Suche nach einer Promotionsstelle führte ihr Weg zurück an die Elbe.

Dass Luisa Peterson nach Magdeburg zurückkehrte, hatte persönliche und fachliche Gründe. Bereits ihre Bachelor- und Masterarbeit hatte sie bei Kai Sundmacher geschrieben, Professor für Systemverfahrenstechnik an der Otto-von-Guericke-Universität. Als sie von einer zu besetzenden Stelle am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme erfuhr, erkannte sie viele Themen wieder, die sie schon während des Studiums beschäftigt hatten.

Ich habe mich in der Arbeitsgruppe schon damals sehr wohlgefühlt“, sagt Peterson. „Mir gefiel die fachliche Ausrichtung, und auch die Stellenbeschreibung hat mich überzeugt, nach Magdeburg zurückzukehren.“

Bereits von 2014 bis 2021 studierte Peterson Biosystemtechnik an der Universität Magdeburg. Für den Studiengang hatte sie sich entschieden, weil er Naturwissenschaften und Technik miteinander verbindet. „Gerade diese interdisziplinäre Ausrichtung und die Balance zwischen beiden Bereichen haben mich angesprochen“, erinnert sie sich.

Während ihrer Studienzeit engagierte sie sich im Fachschaftsrat und schätzte den unkomplizierten Kontakt zu Kommilitonen und Lehrenden. Fast sieben Jahre verbrachte sie auf dem Campus und lernte dabei nicht nur die Universität, sondern auch Magdeburg als Studienort kennen.

Heute forscht die 30-Jährige nun am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme, nur wenige Minuten von dem Campus entfernt, an dem sie vor 5 Jahren ihr Studium abgeschlossen hat. Ihr Schwerpunkt ist die Speicherung erneuerbarer Energien in chemischen Verbindungen. Dabei wird überschüssiger Strom aus Wind- und Solaranlagen genutzt, um chemische Energieträger herzustellen. So lässt sich Energie über längere Zeit speichern, transportieren und später wieder nutzen.

Peterson arbeitet unter anderem im Forschungsprojekts CoSeCats. Das vierköpfige Team entwickelte ein Katalysator-Reaktor-System, das auch dann zuverlässig arbeiten soll, wenn die Energiezufuhr stark schwankt. Genau das ist bei Wind- und Sonnenenergie häufig der Fall. Unterschiedliche Mengen an Ausgangsstoffen gelangen in den Reaktor und können dort starke Temperaturanstiege verursachen. Eine nur wenige Mikrometer dünne Schale aus Aluminiumoxid soll helfen, die Wärmeentwicklung besser zu kontrollieren und den Prozess lastflexibel zu betreiben.

„Die Reaktoren, in denen die Umwandlung zu chemischen Speicherstoffen geschieht, sind seit Langem bekannt“, erklärt Peterson. „Die Schwankungen erneuerbarer Energien führen jedoch dazu, dass sich auch die Mengen am Einlass verändern. Dadurch wird die Wärmeentwicklung schwieriger zu kontrollieren. Genau hier setzt unser Katalysator an.“

Für diese Arbeit erhielt das Team im vergangenen Juni den ersten Platz beim Hugo-Junkers-Preis in der Kategorie „Innovativste Vorhaben und Projekte zur Anpassung an den Klimawandel“. Mit dem Preis zeichnet das Land Sachsen-Anhalt herausragende Leistungen aus Forschung, Wirtschaft und Gründung aus.

„Natürlich haben wir uns sehr gefreut“, sagt Peterson. „Der Preis ist eine Anerkennung für viele Jahre Arbeit, aber auch für das Projekt und das übergeordnete Ziel, erneuerbare Energien besser speicherbar zu machen. Damit wollen wir einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Inzwischen hat Peterson ihre Doktorarbeit abgegeben, womit auch ihre Zeit am Max-Planck-Institut endete. Nach der Promotion möchte sie weiter an Lösungen zur Speicherung erneuerbarer Energien arbeiten, künftig jedoch außerhalb Magdeburgs. Seit August arbeitet sie beim bayrischen Start-Up Reverion. Hier werden Container-Kraftwerke gebaut, die flexibel Strom aus (Bio)gas erzeugen oder überschüssigen Strom als Gas speichern können. Ihre Erfahrungen aus Studium, Industrie und Forschung in Magdeburg hat sie dabei mit im Gepäck.


Forschung und Transfer kompakt per Newsletter

Entdecken Sie weitere spannende Geschichten aus Wissenschaft und Transfer der Universität Magdeburg. Mit dem Newsletter „Guericke News“ erhalten Sie einmal im Monat aktuelle Einblicke in Forschungsprojekte, Innovationen und Transferaktivitäten direkt in Ihr Postfach. Melden Sie sich jetzt an!

Schlagworte: Energiewende, Erneuerbare Energien, Biosystemtechnik, Forschung