Ob Computerspiel oder Zeitmessung, ob leuchtende Gummibärchen oder Funkwellensalat, ob Glückssuche oder Wettervorhersage – die Kinder-Uni Magdeburg hält großes Wissen für kleine Leute bereit. Seit 2003 bringen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und auch Gäste mit dem Team der Kinder-Uni Kindern und Jugendlichen spannende Themen aus der Forschung verständlich, altersgerecht und mit viel Begeisterung näher. Die Frauen hinter der Organisation der Kinder-Uni-Vorlesungen sind Katja Grunenberg vom Veranstaltungsmanagement und Friederike Wiemann, die die Angebote zur Studierendenakquise koordiniert und kommissarisch den Bereich Medien, Kommunikation und Marketing leitet. Beide nehmen Redakteurin Ines Perl mit zu ihren Lieblingsplätzen auf dem Campus, erzählen von der Kinder-Uni, ihren Aufgaben, besonderen Erinnerungen und ihren Wünschen für die Zukunft.
Was ist die Kinder-Uni Magdeburg?
Friederike Wiemann: Unsere ehemalige Kollegin Dr. Rosemarie Behnert hat sich dazu vor über 20 Jahren in Wien inspirieren lassen. Seitdem fanden auch bei uns an der Uni schon viele Vorlesungen für Grundschulkinder statt, um diese für Wissenschaft zu begeistern.
Katja Grunenberg: Seit einiger Zeit haben wir das Alter etwas nach vorn verlegt und laden Kinder ab der 1. Klasse ein. Das wird auch zurzeit sehr gut angenommen.
Wie viele Kinder kommen im Durchschnitt zur Kinder-Uni?
Katja Grunenberg: Nach einem kleinen Tief haben wir wieder steigende Zahlen. Für die kommende Kinder-Uni am 26. September 2026 im Elbauenpark während der MINT-Erlebnistage Explore Science zum Thema „Schlafmittel für Astronaut*innen: Medizinentwicklung heute und gestern“ haben wir schon fast 265 Anmeldungen.
Friederike Wiemann: Diese Vorlesung wird von einer Kinder-Uni-Alumna gehalten, Jette Ritz. Sie promoviert inzwischen in Brüssel. Seit Beginn der Kinder-Uni besuchten übrigens über 20.000 Schülerinnen und Schüler die Kinder-Uni-Vorlesungen.
Was sind Ihre Aufgaben in der Kinder-Uni?
Friederike Wiemann: Ich begebe mich auf Themensuche, berate die Redner und Rednerinnen und überlege wo wir die Kinder-Uni bewerben könnten. Mein Schwerpunkt sind Inhalt und Strategie. Wenn jemand aus der Uni also gerne mal eine Kinder-Uni halten möchte, dürfen sich die Kolleginnen und Kollegen gerne bei mir melden.
Katja Grunenberg: Ich kümmere mich um Teilnehmermanagement und die Eventorganisation.
Friederike Wiemann: Dafür bin ich auch unheimlich dankbar, weil wir uns hier gut ergänzen und das Projekt dadurch wirklich ein Herzensprojekt ist, an dem wir Spaß haben.

Ich vermute mal, dass Ihr Lieblingsplatz auf dem Campus etwas mit der Kinder-Uni zu tun hat - wo ist Ihr Lieblingsplatz und warum ist das Ihr Lieblingsplatz?
Katja Grunenberg: Aus beruflicher Sicht mag ich den Mensavorplatz, weil hier viele Veranstaltungen stattfinden. Das kann dann ein Studieninfotag sein, aber auch die Mitmachstationen der Feuerwehr bei der Kinder-Uni von den Kolleginnen aus dem Institut für Apparate- und Umwelttechnik.
Friederike Wiemann: Mein Lieblingsplatz ist nicht weit entfernt. Ich mag die Mensa, weil man hier immer wieder Kolleginnen und Kollegen trifft, ins Gespräch kommt und so Ideen für Kooperationen oder auch neue Kinder-Uni-Vorlesungen entstehen.
Wie würden Sie sich selbst in zwei, drei Worten beschreiben?
Beide: Ein tolles Team also mit den Kollegen und Kolleginnen, die uns dann immer noch unterstützen, egal ob Grafik für die Werbung, Einlass betreuen oder Aufräumen im Anschluss.
Haben Sie ein bewegendes Erlebnis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Katja Grunenberg: Die Ausgabe mit der Feuerwehr, weil das unsere erste ausgebuchte Kinder-Uni seit Jahren war und es viel Action drumherum auf dem Mensavorplatz gab.
Friederike Wiemann: Unsere erste gemeinsame Kinder-Uni war zum Thema Sport und Inklusion. Hier hatte sich eine Sitz-Volleyballerin bei uns gemeldet und angeboten, den Kinder den Sport näher zu bringen. Das hat mich sehr gefreut, wenn so verschiedene Menschen und auch Theorie und Praxis zusammenkommen.
Katja Grunenberg: Und die kommende Veranstaltung wird natürlich auch spannend, weil sich Jette Ritz mit ihrer Themenidee bei uns gemeldet hat, obwohl sie aktuell in Brüssel ist und hier etwas zurückgeben möchte, wovon sie als Kind profitiert hat.

Ist auch schon mal was richtig schief gegangen?
Friederike Wiemann: Nein. Aber vor der Veranstaltung mit der Feuerwehr auf dem Mensavorplatz hatte ich Bammel, dass doch ein Alarm ausgelöst wird oder irgendwas schiefgeht.
Was ist die größte Herausforderung für Sie an der Kinder-Uni?
Friederike Wiemann: Die Themen so runter zu brechen und alles so zu formulieren, dass die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sich damit noch wohlfühlen und die Kinder es verstehen und auch aufmerksam dabei bleiben.
Wenn Sie eine Kinder-Uni erfolgreich über die Bühne gebracht haben, was machen Sie dann (als erstes)?
Beide: Zu unseren eigenen Kindern nach Hause fahren. Die Kinder-Uni ist samstags und da ist ja sonst Familienzeit angesagt. Wir freuen uns schon darauf, wenn unsere Kinder auch teilnehmen und nicht nur die Mamas bei der Arbeit besuchen, wenn sie jetzt mal vorbeigeschaut haben.
Haben Sie einen Wunsch für die nächsten 10 Kinder-Unis?
Katja Grunenberg: Es wäre ein gutes Zeichen, wenn wir die Eltern wieder bitten müssten, draußen zu warten, weil der Hörsaal brechend voll ist. So war das mal zum Start der Kinder-Uni.
Friederike Wiemann: Und wir haben noch spannende Themenideen, die wir noch nicht umsetzen konnten. Die Kinder-Uni ist zwar unser Herzensprojekt, darf aber im Arbeitsalltag dann auch nicht zu viel Zeit einnehmen. Deshalb muss ich mich mit einigen Themen noch gedulden.
Was liegt Ihnen sonst noch am Herzen?
Friederike Wiemann: Schön wäre es, wenn wir es schaffen würden, den Kindern noch mehr zwischen den Vorlesungen anzubieten, Workshops zum Mitmachen beispielsweise.
Katja Grunenberg: Oder Merchandise, mit dem die Kinder auch zu Hause noch experimentieren können. Da sind wir dran.
Vielen Dank, dass Sie uns mitgenommen haben zu Ihren Lieblingsplätzen auf dem Campus und zur Kinder-Uni.