Silke Springer kümmert sich an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg um die Gesundheit der Beschäftigten. Als Koordinatorin des Betrieblichen Gesundheitsmanagements entwickelt sie Angebote, organisiert Workshops und Beratungen und bringt die verschiedenen Gesundheitsangebote der Universität zusammen. Dabei geht es längst nicht nur um Bewegung und Sport, dann dafür bietet das Hochschulsportzentrum diverse Angebote. Vielmehr spielen Themen wie psychische Gesundheit, gute Arbeitsbedingungen und die Frage, was Menschen im Arbeitsalltag gesund hält eine immer größere Rolle.
Ein aktueller Schwerpunkt ist der Aufbau eines Netzwerks von Mental Health First Aiders. Beschäftigte aus unterschiedlichen Bereichen der Universität werden dafür geschult, psychische Belastungen wahrzunehmen, ein offenes Ohr für Kollegen oder Studierende zu haben und bei Bedarf auf passende Beratungsangebote hinzuweisen. „Oftmals reicht schon ein Gespräch“, sagt Springer. „Und manchmal ist es wichtig, zu merken: Da könnte ein bisschen mehr dahinterstecken.“
Auch die Studierenden sollen künftig stärker in den Blick genommen werden. Dafür wird derzeit ein Studentisches Gesundheitsmanagement aufgebaut. Langfristig sollen beide Bereiche zusammenwachsen und ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement für die gesamte Universität entstehen. Denn Gesundheit ist für Silke Springer mehr als die Abwesenheit von Krankheit: Bewegung gehört genauso dazu wie Erholung, soziale Beziehungen und die Fähigkeit, nach Feierabend auch wirklich abzuschalten.

Wenn man in Silke Springers Büro hereinkommt, bleibt der Blick direkt rechts an der Wand hängen. Da hängt eine „Anleitung zum Glücklichsein“. Darauf finden sich kleine Lebensweisheiten: gute soziale Beziehungen pflegen, sich für Neues interessieren, bewusst atmen, aber auch Zeit für sich allein nehmen. Die Vorlage hat sie einst im Wartezimmer ihrer Ärztin entdeckt und später für sich nachgebaut. „Das ist meine große Lebensweisheit“, sagt sie.

Direkt neben dem Plakat hängt ihr Zertifikat als Mental Health First Aider. Es zeigt nicht nur, dass Springer entsprechend geschult ist, sondern soll auch eine Botschaft an alle vermitteln, die ihr Büro betreten: Hier darf über psychische Belastungen gesprochen werden.
Die ausgebildeten Ersthelferinnen und Ersthelfer sind keine Therapeutinnen und Therapeuten. Sie sollen aufmerksam sein, Veränderungen wahrnehmen, zuhören und bei Bedarf den Weg zu professioneller Unterstützung weisen. Silke Springer hat ihr Zertifikat deshalb bewusst gut sichtbar aufgehängt. „Ich möchte, dass die Menschen wissen, dass sie mich jederzeit ansprechen können“, sagt sie.

Direkt unter Plakat und Zertifikat steht ein kleines Schränkchen mit einem Mini-Zen-Garten. Das Geburtstagsgeschenk ihrer Kolleginnen und Kollegen ist längst zu einem Gemeinschaftsobjekt geworden. Wer zwischendurch eine kurze Pause braucht, kann mit dem kleinen Rechen Muster in den Sand ziehen und für einen Moment abschalten. „Der wird von meinen Kolleginnen und Kollegen rege genutzt“, erzählt Silke Springer und lacht.

Gesundheit soll für Springer allerdings nicht an der Bürotür enden. Als Mitglied der AG Campusplanung beschäftigt sie sich auch damit, wie der Universitätscampus künftig aussehen könnte. Denn gemäß der Weltgesundheitsorganisation entsteht Gesundheit dort, „wo Menschen leben, lernen, spielen und arbeiten“. Ihre Vision: mehr Grün, weniger Autos und mehr Möglichkeiten, sich draußen zu bewegen, zu entspannen und aufzuhalten.
Rund um das neue Studierendenhaus könnten Bewegungsflächen und Sportmöglichkeiten entstehen. Auch Orte zum Lernen und Erholen gehören zu den Plänen. Der Campus soll nicht nur ein Ort sein, an dem man studiert oder arbeitet, sondern einer, an dem man sich wohlfühlt und gerne aufhält.
Einige der Ideen sind bereits finanziert und werden umgesetzt, für andere fehlt noch das Geld. Springer nimmt es mit Humor: „Unser Campus hat sich schon sehr verändert und wird sich auch weiterhin verändern. Das würde ich gerne mitgestalten. Im Moment fehlt nur noch die Finanzierung.“ Aber auch hier sind wir gemeinsam mit dem Sportzentrum auf der Suche nach Möglichkeiten und Fördertöpfen.

Der kleine Yoga-Frosch passt ziemlich gut zu Silke Springers Verständnis von Gesundheit. Yoga gehört für sie dazu, aber eben nicht nur als Sport. Körper, Geist und Seele zusammenzubringen, darum geht es ihr.
Auch der Buddha daneben hat eine persönliche Geschichte. Eigentlich stehen in fast jedem Raum bei ihr kleine Buddhafiguren, viele davon hat sie von Reisen aus Asien mitgebracht. Dieser hier kommt allerdings nicht von einer Fernreise, sondern ist echter Magdeburger.